Objekt:

 Kauroid (§ 184-195), Enstatit (§ 386-390), 16 x 14 x 6 mm.

Datierung:

 Frühe 12. Dyn. (1950-1850) (Keel/Schroer 2004) bzw. Frühe Mittelbronzezeit IIA (1950-1850) (Keel/Schroer 2004) bzw. Frühe MB IIA (1900) (Schroer 2008).

Herkunft:

 Palästina/Israel, aus dem Handel (Import)/Ägypten, aus dem Handel.

Sammlung:

 Fribourg, Sammlung Keel, ÄS 1999.3.

Darstellung:

 Die frühesten Kauroide (zur Form vgl. Keel/Schroer 2004: Nr. 76) sind – wie der vorliegende – fast rund und nur andeutungsweise giebelartig gewölbt (Keel 1995: § 184, 185, 186). [Ergänzter Text von Schroer 2008: In ihrer vollen menschlichen Gestalt erscheint Hathor in der MB‑zeitlichen Stempelsiegelkunst nicht. Bildlich dargestellt wird nur der Kopf der Göttin.] Der Kopf der Hathor mit eingerollten Kuhhörnern und abstehenden Ohren setzt die Tradition vom Ende des Alten Reiches und der 1. Zwischenzeit fort (Keel/Schroer 2004: Nr. 31, 32) [ergänzter Text von Schroer 2008: Schroer 2008: Nr. 234]. Der Kopf der Göttin wird von zwei hockenden, in Strichmanier ausgeführten Gestalten flankiert [ergänzter Text von Schroer 2008: Nr. 421], die ihre Arme verehrend erhoben haben. Vom Hals des Göttinnenkopfs gehen zwei Striche mit doppeltem Winkel aus (Bedeutung?), nach unten schließt die Komposition ein doppeltes neb(et)-Zeichen für Herr(in) ab. [Ergänzter Text von Schroer 2008: Die Göttin scheint in Palästina/Israel aber noch auf andere Weise vergegenwärtigt worden zu sein. Sehr wahrscheinlich ist der auf ägyptischen Stempelsiegeln nicht bezeugte sitzende Falke mit dem Winkel eine verkürzte Schreibweise des Namens der Hathor (Keel 1997b: 786f; Keel 2004a: 86‑89, fig. 57‑63; ausführlich Goldwasser 2006).

Parallelen:

Schroer 1989: 156-158, Abb. 0123-0125, 0127-0128, 0133; Keel/Schroer 2004: 122f, Nr. 83, Nr. 31-32, 34; Grant 1929: 89 (3. Reihe): Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus Bet‑Schemesch; Loud 1948: pl. 149:9, 12, 35, 56, 150:97: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus Megiddo; Kenyon et al. 1965: fig. 282:5, 7, 18, 22, 283:9, 284:3, 291:12, 292:7, 9, 293:4, 6: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus Jericho; Horn 1966: fig. 1:46: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus Sichem; Giveon 1985: 12f, no. 54, 54, 54: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus Jericho; Amiet et al. 1996: 75, no. 24: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus Tell el‑Fār˓a Nord; Ben-Tor 1997: 172, fig. 3:15, 3:15: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus Rišōn lĕ‑Ṣiyyōn; Nicholson Museum: 52.641: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus Sydney; Philadelphia University Museum: 32‑15‑391: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus Bet‑Schean; unveröffentlicht: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus ˓Ēn Sāmiye; vier Stücke; Keel 1997b: 100f, Nr. 2, 102f, Nr. 7: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus ˓Affūle/˓Afula; Keel 1997b: 714f, Nr. 69: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus Aschkelon; Rowe 1936: no. 174: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus Bet‑Schemesch; Macalister 1912: II no. 147: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus Geser; Macalister 1912: II no. 167, III pls. 206:47, 207:5: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus Jericho; Rowe 1936: nos. 170, 173: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus Jericho; Keel 1997b: 300f, Nr. 582, 438f, Nr. 984: Stempelsiegel mit der Zeichenkombination Falke/Winkel stammen aus Tell el-Adschul.

Bibliographie:

Keel/Schroer 2004: 122f, Nr. 82; Schroer 2008: 98f, Nr. 299.

DatensatzID:

792

Permanenter Link:

  http://www.bible-orient-museum.ch/bodo/details.php?bomid=792