Objekt:

 Figurine, Elfenbein (?), 12 mm.

Datierung:

 Chalkolithikum (5000-4000) (Naqada I Kultur).

Herkunft:

 Naqada (?), Fundkontext unbekannt (27 km nördlich von Luxor).

Sammlung:

 Fribourg, Sammlungen BIBEL+ORIENT, ÄRep 2004.1.

Darstellung:

 Die Figur ist schlank und langgestreckt; die Arme eng an den Körper gelegt. Der fast rechteckige, verhältnismäßig große Kopf liegt ohne Hals auf dem Rumpf. Die Augenbrauen sind eingeritzt, Augen, Nabel und Schamhaare durch Bohrlöcher angegeben. Vielleicht waren sie mit Einlagen versehen. Besonders bemerkenswert ist, dass zusätzlich zu Nase, Ohren und Zehen auch Lippen und Brustwarzen plastisch gearbeitet sind.

Diskussion:

 Mit dem schlanken Leib und den eng am Körper liegenden Armen, die den Rumpf mit dem stark betonten weiblichen Geschlecht einrahmen, ist ein Typ geschaffen, der sich von den fülligen Matronenfiguren des Neolithikums deutlich abhebt. Er wird in Ägypten ein langes Nachleben haben (vgl. z. B. Keel/Schroer 2004: Nr. 36-40
Keel/Schroer 2004:
Nr. 36
Nr. 37
Nr. 38
Nr. 39
Nr. 40
) und immer wieder die vorderasiatische Produktion beeinflussen (vgl. z. B. Keel/Schroer 2004: Nr. 41-45
Keel/Schroer 2004:
Nr. 41
Nr. 42
Nr. 43
Nr. 44
Nr. 45
, 74-77
Keel/Schroer 2004:
Nr. 74
Nr. 75
Nr. 76
Nr. 77
, 78-82
Keel/Schroer 2004:
Nr. 78
Nr. 79
Nr. 80
Nr. 81
Nr. 82
). Er stellt den jugendlichen, erotisch attraktiven Körper in den Vordergrund. Zur Bedeutung vgl. den Kommentar nach Keel/Schroer 2004: Nr. 36.

Parallelen:

Capart 1905: 167, fig. 129; Mellink/Filip 1974: Abb. 192b; Spencer 1993: fig. 15 (links); Spycket 2000: 55, Nr. 20.

Bibliographie:

Capart 1905: 167, fig. 129 (dritte von rechts); Mellink/Filip 1974: Abb. 192a (Elfenbein); Weippert 1988: 132, Abb. 2:32.5; Spencer 1993: 31, fig. 15 (rechts, Knochen); Keel/Schroer 2004: 54, Nr. 8.

DatensatzID:

737

Permanenter Link:

  http://www.bible-orient-museum.ch/bodo/details.php?bomid=737