Objekt:

 Statue, Kalkstein, 0,26 x 1,42 m.

Datierung:

 Mari letzte Phase der Ville III (1810-1762) (Amoriterdynastie).

Herkunft:

 Mari, Grand Palais Royal, Raum 64 und Hof 106, Feld‑No M 1100.

Sammlung:

 Aleppo, National Museum, no. 1659.

Darstellung:

 Während in Anatolien und Mesopotamien die Wasser‑ und Quellgottheiten männlich sind, kommen in Syrien gelegentlich Göttinnen in dieser Funktion vor (Schroer 2008: Nr. 513, 514). Berühmt ist diese fast lebensgroße Statue einer Göttin mit einem Quellgefäß aus dem Palast von Mari. Auf dem Kopf trägt sie eine einfache Hörnerkrone, die sie als niedere Gottheit kennzeichnet. Ohrschmuck, ein sechsreihiges Collier, zu dem das auf dem Rücken angebrachte Gegengewicht nicht fehlt, und Armreifen schmücken sie. In Hüfthöhe hält sie vor sich ein Gefäß, zu dem eine Wasserleitung führt. Die Statue konnte also wie ein Brunnen Wasser sprudeln lassen. Sie stand allerdings ohne Wasseranschluss im Vestibül des Thronsaales auf einem Podest, sodass nur der Krug und die Wasserströme mit Fischen, die das Kleid der Göttin zieren, ihre Funktion als Quellgöttin zum Ausdruck brachten. Auf dem berühmten Wandbild aus dem Palast sind unter dem Tempel sehr ähnliche Quellgöttinnen zu sehen (Schroer 2008: Nr. 434).

Parallelen:

Parrot 1962a: Abb. 383: ein altbabylonisches Rollsiegel aus Susa zeigt einen bärtigen Gott mit einem Quellgefäß, aus dem Wasser in die Krüge von zwei (weiblichen?) Quellgottheiten zu seinen Füßen fließt; Caubet 1994: 112f, no. 73: ein altbabylonisches Rollsiegel aus Susa zeigt einen bärtigen Gott mit einem Quellgefäß, aus dem Wasser in die Krüge von zwei (weiblichen?) Quellgottheiten zu seinen Füßen fließt; Winter 1983: Abb. 440: eine Göttin mit Aryballoi, in deren Wasserströme Fische eingezeichnet sind, nähert sich auf einem altsyrischen Rollsiegel dem Wettergott; Otto 2000: Nr. 161: eine Göttin mit Aryballoi, in deren Wasserströme Fische eingezeichnet sind, nähert sich auf einem altsyrischen Rollsiegel dem Wettergott.

Bibliographie:

Parrot 1937a: fig. 14, pls. 13, 14:2; Pritchard 1954: no. 516; Schmökel 1955: Taf. 63; Parrot 1959: 5-11, figs. 4-8, pls. 4-6; Strommenger/Hirmer 1962: Taf. 162-163; Parrot 1962a: Abb. 339-340; Seibert 1973: Taf. 32; Spycket 1981: pl. 154; Kohlmeyer/Strommenger 1982: Nr. 86; Keel 1984a: Nr. 256; Margueron 2004: 429, pl. 67; Schroer 2008: 274f, Nr. 512.

DatensatzID:

33812

Permanenter Link:

  http://www.bible-orient-museum.ch/bodo/details.php?bomid=33812